Chronik

Aus der Sorge um die konkrete Situation von Menschen mit geistiger Behinderung und aus der sozialen Notwendigkeit der Zeit heraus wurde die Arbeit für Franziskus e. V. begründet.

In der Weihnachtszeit 1990/1991 bewegte die Familie v. Bar den Gedanken, eine Sozialtherapeutische Einrichtung zu gründen. Sie sprach mit Familie Riegger, Eltern einer Seelenpflege-bedürftigen Tochter. Diese wollten uneingeschränkt die Aufbauarbeit mittragen. So wurde im Februar 1991 dieser Entschluss der internen Konferenz im Kinder- und Jugendheim Friedrichshulde mitgeteilt: Ab Sommer 1991 werden sie sich um schulentlassene junge Erwachsene kümmern, die noch keinen Platz in einer weiterführenden Einrichtung gefunden haben.

Es fand sich schnell ein geeignetes Haus in Schenefeld. Die zuständigen Behörden gaben recht unbürokratisch ihre Zustimmung. In den Sommerferien zogen das Ehepaar v. Bar mit ihren 3 Kindern - im Herbst 1992 wurde ein weiteres Kind im Heetbarg geboren - in die obere Etage des Hauses ein und richtete in den nächsten Wochen das Haus für die Betreuungssituation her.

Am 11. August zogen Konrad, Marcus, Harry und Herr Schulte als Mitarbeiter ein. Ein feierliches Abendbrot mit den Eltern und dem Ehepaar Mosebach, das von Friedrichshulde aus unsere Arbeit begleitete, eröffnete die Arbeit.

Am Samstag darauf fand die erste kleine Evangelienarbeit mit den Betreuten statt.

Konrad, Marcus und Harry arbeiteten mit Herrn Schulte hauptsächlich im Garten. Es wurden Bäume gefällt und geschält, alte Fundamente mühevoll ausgegraben und Aufräumarbeiten ausgeführt.

Am 15. Januar 1992 wurde im Gemeinschaftssaal in Friedrichshulde mit 80 Menschen der Verein Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Franziskus e.V. gegründet.

Am 27. 02., Rudolf Steiners Geburtstag, erfolgte die Anerkennung und Eintragung des Vereins ins Vereinsregister.

Am 27. Mai verstarb Frau Kempf. Sie war langjährige Leiterin des Kinder- und Jugendheimes Friedrichshulde und hat die Anfangszeit von Franziskus intensiv mit begleitet. Wir sind Frau Kempf sehr verbunden und hoffen, dass Sie auch weiterhin unsere Arbeit aus der Geistigen Welt begleiten wird.

Am 30. Juli: ein erstes Gespräch im Landesamt für Rehabilitation mit Herrn Stengler und Herrn Krause. Eine grundsätzliche Zustimmung zu unseren Plänen erfolgte. Herbst 1992: Gespräche mit dem Liegenschaftsamt Altona, Herr Baar. Ein Grundstück in Sülldorf wurde in Aussicht gestellt. Hier halfen besonders Frau Prof. Sörensen und Herr Wundermacher als Freunde oder Mitglieder des Vereins mit.

02. 12. 1992: weiteres Treffen mit den Mitgliedern und Freunden mit der Fragestellung: Wie können wir die Einrichtung im Investitionsbereich durch Eigenmittel stärken? Im Herbst 1993 wurde daraufhin eine Leih- und Schenkungsgemeinschaft gegründet.

Im Sommer 1993 erfolgte mit dem Landesamt für Rehabilitation eine Einigung über das zukünftige Konzept: auf dem Sülldorfer Grundstück soll eine Kerneinrichtung, bestehend aus 3 Wohngruppenhäusern und einem Gemeinschaftshaus, gebaut werden.

Diverse Aktivitäten im Jahr 1994, wie Flohmärkte, Basare und Informationsveranstaltungen, sollten dazu beitragen, Franziskus e.V. bekannt zu machen und das Eigenkapital zu erhöhen. Ein Arbeitskreis bildete sich, der derartige Aktivitäten vorbereitete und durchführte.

Namhafte Firmen und Stiftungen gaben Spendenversprechen für über DM 250.000.--.

Der bekannte Schriftsteller Michael Ende konnte als Schirmherr für Franziskus gewonnen werden.

Im Herbst 1994 wurden die Bauzeichnungen der Wohnungsbaukreditanstalt vorgelegt. Ende Dezember konnte dann der Bauantrag im Bauamt Blankenese abgegeben werden.

Am 10. 02. 1995 wurde der Förderverein Franziskus e.V. gegründet, der in erster Linie die Aufgabe hat, den Trägerverein finanziell zu unterstützen.

Am 28. 05. 1995 verstarb unser Schirmherr Michael Ende nach schwerer Krankheit.

In einem persönlichen Gespräch am 14. 06. 1995 mit dem ersten Bürgermeister der Freien- und Hansestadt Hamburg Dr. Henning Voscherau konnten die Ziele von Franziskus e.V. dargelegt werden. Dr. Voscherau unterstützte uns die nächsten Jahre immer wieder durch Hilfestellungen.

Die Benno und Inge Behrens-Stiftung erklärte sich bereit, drei Wohngruppenhäuser nach Franziskus-Plänen zu bauen und günstig an Franziskus zu vermieten.

Auch 1995 fanden wieder viele Veranstaltungen zugunsten von Franziskus statt, u.a. ein Benefiz-Konzert, das vom spanischen Konsulat veranstaltet wurde.

Mitte Juli 1996 erhielten wir endlich die Baugenehmigung, allerdings mussten noch viele Hürden genommen werden, bis im Herbst 1997 der Auftrag zum Bau der drei Wohngruppenhäuser unterzeichnet wurde. Gebaut wurde nach einem verbindlichen Zeitplan: Fertigstellung Sommer 1999.

Das Grundstück für das Gemeinschaftshaus wurde von Franziskus e.V. gekauft.

Am 07. Mai 1998 erfolgte der Baubeginn als Bagger mit dem Ausgraben der Baugruben begannen.

Am 26. Juni 1998 fand die Grundsteinlegung bei strahlendem Wetter statt. Vor und nach diesem Termin regnete es wochenlang. Nachdem der Grundstein feierlich eingemauert wurde, trafen sich alle Mitglieder, Gäste und Freunde im Gemeindehaus in Sülldorf zu einem Imbiss, den die Eltern der zukünftigen Bewohner zubereiteten.

Richtfest fand wieder bei strahlendem Sonnenschein am 20.11.1998 statt.

Im Sommer 1999 zogen zunächst die MitarbeiterInnen z. T. mit Ihren Familien in die Wohnungen in den Stockwerken über den Wohngruppen ein. Alle Mitarbeiter arbeiteten mit allen Kräften daran, die Wohngruppen so schön wie nur irgend möglich einzurichten. Auch die Werkstattarbeit wurde vorbereitet, wobei aber zunächst alle Kräfte auf die Einrichtung fokussiert waren. Ab Juli zogen die ersten Betreuten ein. Eine aufregende, emsige Anfangszeit, die von allen viel Geduld, Einsatz und Improvisationsvermögen abverlangte. Aber wieder hatten wir mit dem Wetter Glück: denn von Mai bis Ende September gab es einen Bilderbuch-Sommer, der es allen erleichterte, Heimat im neuen Zuhause zu finden.

Am 09. Oktober 1999 fand das Einweihungsfest statt. Vom Zirkus Mignon liehen wir ein großes Zirkuszelt aus, in welchem die feierliche Eröffnung mit Reden, Grußworten, viel Musik und, Berichten vom Leben- und Arbeiten statt fand.

Nun hatte das Leben und Arbeiten in der Gemeinschaft Franziskus begonnen!

2000/2001 Bau des Gemeinschaftshauses mit Werkstätten, Verwaltung und Saal, sowie Therapieräumen.

Die weitere Entwicklung können Sie den Jahresberichten entnehmen.













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